Traditionelle Werkzeuge und Bräuche

Die Fontäne Grünes Gold erzählt die Geschichte der eineinhalb Jahrhundert langen Hopfenanbautradition, die in einigen Orten noch lebt, woanders lebt aber sie nur noch in der Erinnerung. Nur viele Werkzeuge, Sitten und Gebräuche bleiben als Zeugen von damaligen Zeiten des Hopfenanbaus.

Hopfenhaufen
Jahrhundertelang verwendete man als Stütze für jede Hopfenrebe jeweils eine Holzstange, genannt Hopfenstange (hmeljevke). Um 1900 kamen spezielle Drahtgerüste in Gebrauch. Nach dem Pflücken hat man die Holzstangen aus der Erde gezogen und in den Haufen gestellt und so bis nächster Saison gelagert. Die Hopfenhaufen waren auch ein erkenntliches Symbol des Unteren Savina Tal. Heute sieht man die Heuhauten nur noch auf alten Fotografien und Bildern, wo sie auf die einst am meisten charakteristische Tätigkeit des Tales erinnern.

Pflückerinnen »Obirovke«
Nach dem 15. August strömten in das Untere Savinja Tal zur Hopfenpflücke vor allem Pflückerinnen, die den Savinjas ernsten Bauern schlichte Freude, Lachen und Gesang brachten. Die meisten kamen aus der Umgebung von Petau, aus dem kroatischen Zagorje, von Kozjansko, Niederkrain, Posavje und aus dem Oberen Savinja Tal. Obwohl die Hopfenpflücker am frühen Morgen aufstanden, war mit ihnen der ganze Tag am Hopfenfeld lebendig und fröhlich. Sie haben den Hopfen mit der Hand gepflückt, und zwar waren sie in Paaren, auf jeder Seite der Hopfenstange ein Pflücker. Die Hopfenstange lag auf einem speziellen Holzkreuz, dass man die Dolden leichter und schneller pflücken konnte.

»Štangar« und Kater (Hebebaum)
Jede Gruppe von Hopfenpflückern hatte ihren eigenen »štangar«. Die »Štangarji« waren kräftige Burschen, die im Frühling die Hopfenstangen aufgestellt haben. Zum Pflücken hat man die Hopfenstangen mittels Kater (Hebebaum) aus der Erde gezogen, so dass die Pflücker sie leichter auf das Ablagegestell (Kreuz) aufgelegt haben. Der Kater ist ein Werkzeug zum Heben der Hopfenstange aus der Erde. Der Name basiert auf der Form des Werkzeugs, weil der eiserne Teil an die Katzen-Klauen erinnert.

Bottich
Manuell gepflückten Hopfen hat man in speziellen Metzen/Bottichen gemessen. Die ersten Bottiche waren aus Holz, später aus Aluminium, alle hatten ein Volumen von 30 L. Bei der Messung war es wichtig, dass die Dolden sauber abgezupft wurden, ohne Blätter, sonst hat der Bauer den gepflückten Hopfen auf ausgebreitete Säcke geschüttet. Wurde man »auf die Plane« geworfen, wie die Pflücker das nannten, hat man mit dem Sortieren von Dulden und Blättern Zeit und Lohn verloren. Die Pflücker haben den Bauer geachtet, der fair gemessen hat, d.h. Messen bis zum Rand des Bottichs bzw. ohne Spitze.

Baleta
Die Bottiche hat der Bauer gewöhnlich selbst gemessen und dabei haben die Pflücker die s.g. Baletas bekommen. Die Baletas waren Blätter aus Karton oder Plättchen aus Aluminium mit der Anzahl der mit Dolden gefüllten Bottiche. Die fleißigen Pflücker konnten in einem Tag bis zu dreißig Bottiche Hopfen pflücken. Die Baletas wurden am Ende des Pflückens in Geld gewechselt.

Pflücker Mittagessen (»Obirovska južina«)
Pflücker Mittagessen (»Obirovska južina«) waren warme Gurken und grüne Bohnen mit Grieben. Für die Einwohner im Savinja Tal (Savinjčani) stellt dieses Gericht die Erinnerung an die Jahre dar, als der Hopfen im ganzen Tal gepflückt wurde. Jeder Hopfenpflücker hat bei der Ankunft seine Schüssel und seinen Löffel bekommen. Zu Mittagessen saß man in der Ackerfurche, am liebsten im Schatten von Sonnenstrahlen geschützt, man hat ein wenig geplaudert und in Eile aufgegessen ( gevespert). Zeit war sehr wertvoll, denn die Tage waren im August schon spürbar kürzer.

Firstbier (»Likof«)
Während dem Pflücken wächst der Stapel von Baletas sehr schnell, die Hopfenfelder wurden langsam leer, und die Hopfenpflücken–Saison endete formell mit einem Hopfen-Firstbier. Für diese Gelegenheit haben sich die Pflückerinnen besonders bemüht. Sie haben in den Gärten Blumen gepflückt und die Hopfen-Körbe, Wägen, Pferde und später Traktoren geschmückt. Die Bäuerinnen haben am Abend ein richtiges Festessen vorbereitet, wo weder Kuchen noch Fleisch fehlte und auch genug zum Trinken da war. Getanzt und gesungen hat man bis spät in die Nacht, alle Schmerzen und häufig bei der schweren Saisonarbeit vorkommende Streitigkeiten waren vergessen.

Hopfenkönigin (Hopfenprinzessin) und der Hopfen-Älteste
Jedes Jahr wird eine Hopfenprinzessin vom Verein der Landjugend des Unteren Savinja Tal aus den eigenen Reihen gewählt. Sie kommt aus einer Hopfenbauerfamilie, sie ist jung, ledig und sie muss alles über Hopfen und Hopfenanbau wissen. Die Hopfenprinzessin symbolisiert die Hopfendolde, in der Hand hält sie den Hopfenbottich. Der Verein der Hopfenbauern, Hopfenältesten und Hopfenprinzessinnen Sloweniens verleiht den Ehrentitel „Der Hopfenälteste“, der dem mindestens 48 Jahre alten Hopfenbauer oder Arbeiter im Hopfenanbau mit mindestens zehn Jahren Arbeit auf diesem Gebiet zufällt. Der Hopfenälteste symbolisiert die Hopfenrebe und den Hopfenkater (Hebebaum).

Tradicionalna orodja, ki so jih nekoč uporabljali za pridelavo in obdelavo hmelja. Zbirka je na voljo za ogled v Ekomuzeju hmeljarstva in pivovarstva v Žalcu.

Tradicionalna orodja, Ekomuzej hmeljarstva in pivovarstva

Über Simon Kukec

Simon Kukec ist als wichtigster Bierbrauer bekannt und von den Laško Einwohnern der Vater des Laško Biers genannt. Weniger bekannt ist es, dass er auch eine Bierbrauerei in Žalec besaß, die nach dem I. Weltkrieg nicht mehr im Betrieb war. Mit dem Schließen seiner Bierbrauerei wurde in Žalec die mehrere Jahrzehnte dauernde Tradition des vom Simon Kukec begonnenen und geführten Brauwesens beendet.

Simon Kukec wurde auf einem kleinen Bauernhof in Povirje bei Sežana (1838) geboren. Er heiratete Ana Smolka und in dieser Zeit lebte das Paar in Martinščica bei Reka, wo er als Bahnwärter arbeitete. Das Ehepaar hat ein Restaurant geführt, und Simon war auch als Transportunternehmer beim Bau des Hafens tätig.
Nach elf Jahren zogen sie nach Trbovlje um, wo sie das Bergwerkrestaurant gemietet haben und mit der Führung dieses Restaurant ein gutes Einkommen erzielten. Ihr nächster Ort war Žalec, wo sie so viele Hopfenfelder gekauft haben, dass sie als Großgrundbesitzer galten.

Simon Kukec hatte noch eine andere große Leidenschaft – das Spielen. Man sagt, dass er seinen großen Reichtum auch dieser Leidenschaft zu verdanken hatte – er habe nämlich »eine glückliche Hand«.
Er hat von der Witwe des Žalec Grundbesitzers Franc Žuža die von ihm im 1842 gegründete Bierbrauerei gekauft. Kukec hat die Brauerei vergrößert, komplett modernisiert und noch eine eigene Mälzerei dazu gebaut. Außerdem hat er in einer Versteigerung die Bierbrauerei Laško – Laški trg erworben. Er hat die beiden Bierbrauereien zu Vereinten Bierbrauereien Žalec und Laški trg verschmolzen. Die Bierbrauerei in Laško hat sein Sohn Edvard und die in Žalec er selber bis zu seinem Tod im Jahr 1910 geführt.
Es ist bekannt, dass Kukec vor allem Slowenen angestellt hat. Die Fachleute für das Brauwesen hat er aber hauptsächlich aus Tschechien geholt.
Kukec hatte genug Ideen und bald versuchte er den Biergeschmack auch mit Thermalwasser zu verbessern. Das Thermalbier hat schnell viele Kunden begeistert und man kennt es in etwas anderer Variation noch heute. Das Geschäft florierte, es wurde immer mehr Bier hergestellt, das in ganz Slowenien und auch im Ausland verkauft wurde. Man hat es in Budapest, Ägypten und sogar in Indien getrunken.
Die Anekdote über das Thermalbier lautet so: Auf Grund der Volksübersetzung des Ausdrucks Kurbier (auf Slowenisch bedeutet Kurbir einen Ehebrecher) wurde das Bier mit Thermalwasser einfach Thermalbier genannt.

Simon Kukec hat sowohl in Žalec, als auch in Laško seine wichtigen Spuren hinterlassen. Bei der Kultur-, Sport- und Tourismusanstalt wollen wir die Erinnerung an Simon Kukec wieder erwecken. Wir arbeiten mit der Brauerei Pivovarna Laško, heute Pivovarna Laško Union zusammen, und zwar werden die beiden Biersorten für uns gebraut; helles Bier seit 2012 und dunkles Bier seit 2014; das letztere wird am Markt als Thermalbier angeboten.
Sie können das Thermalbier Kukec in der Fontäne Grünes Gold und im Ökomuseum Hopfenanbau und Bierbrauerei Sloweniens in Žalec kosten. Simon Kukec hat auch einige Souvenirs: »Drillinge« mit verschiedenen Kombinationen Bier, Bierkrug, T-Shirts, Schürze, die Sie im Ökomuseum, TIC Žalec und im Geschäft Grünes Gold kaufen können.

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